nonalicious

Buchstabensuppe, Wortfetzen, Gedankengänge.

Robert Enke zum Gedenken.

Heute jährt sich Robert Enkes Suizid zum 3. mal.
Ich weiß nicht, ob ihr euch erinnert, was ihr gerade gemacht habt, als die Meldung über seinen Tod in den Nachrichten kam.
Ich weiß es noch sehr genau.

Ich kam von der Tagesklinik nach Hause, in der ich wegen schwerer Depressionen behandelt wurde, nachdem ich schon etliche Wochen stationär war.

Glücklicherweise hatte ich Gedanken, die man in einer Depression oftmals hat, weil man keinen anderen Ausweg sieht, nicht in die Tat umgesetzt, aber leider gibt es immer noch viele Depressive, die den Kampf gegen die Krankheit verlieren. Nicht zuletzt, weil sie keine Unterstützung haben und sich von der Welt geächtet fühlen. Was an einer durch die Krankheit bedingte verdrehten Weltsicht liegen mag, aber auch daran, dass Depressive in der Gesellschaft nach wie vor keine Lobby haben, und sie sich deshalb zurückziehen.
Mir ist es mittlerweile nicht mehr peinlich, öffentlich dazu zu stehen, denn eine Depression ist kein Grund, sich schämen zu müssen.
Wer etwas Ahnung hat, weiß, dass es eine Krankheit ist, die sehr schwer ist, da durch einen gestörten Stoffwechsel der Neurotransmitter im Gehirn, nicht einfach ein „Lass dich nicht so hängen“ dazu führt, dass man wieder gesund wird.
Es bedarf medikamentöser wie psychotherapeutischer Behandlung, und nimmt eine Menge Zeit und Geduld in Anspruch, den Kampf gegen die Krankheit der Losigkeiten (Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Appetitlosigkeit, Mutlosigkeit, Gefühllosigkeit, etc. etc.) in Angriff zu nehmen.

Ich weiß, dass es auch in meinem engeren und weiteren Bekannten- und Kollegenkreis etliche gibt, die an Depressionen leiden und habe, nicht zuletzt durch meine Arbeit, in der ich online über Depressionen informiere, immer noch sehr viel Kontakt zu Kranken.
Allen, die krank sind, möchte ich immer wieder mit auf den Weg geben: es lohnt sich, weiter zu machen und nicht aufzugeben. Lasst euch nicht entmutigen durch Dummschwätzer, die keine Ahnung haben und euch das Leben noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist. Sucht euch dringend ärtzliche Hilfe. Lasst euch nicht auf Scharlatane ein! Weder beten, noch Gurus, noch Hand auflegen helfen bei Depressionen, nur professionelle Hilfe und der absolute Wille zur Genesung.
Eine Depression ist eine schwere Krankheit, die das Leben kosten kann!
Eine Depression ist kein Grund, sich schämen zu müssen.
Ein Anfang ist gemacht, wenn man sich über Depressionen informiert.
Wer nicht weiß, wie er das machen soll, kann sich gerne, auch anonym an mich wenden.

Eine Depression kann jeden treffen. Viel Glück allen, die noch am Anfang des Weges stehen.

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2 Gedanken zu „Robert Enke zum Gedenken.

  1. Sugarygoo sagte am :

    !!! ❤

  2. Linus sagte am :

    Ich war auch, gerade zu der Zeit, schwer depressiv. Während sich in der Firma alle über Enkes Tod unterhalten haben, und wie schlimm das doch sei, hat es keinen interessiert, wie sehr ich gerade litt und das ich selber vor dem Suizid stand. Seit dem, und zu jedem Todestag von Enke, möchte ich ob der geheuchelte Worte einfach immer nur kotzen.

    Da wird einfach irgendwas bei Facebook nachgetrötet, aber wenn man selber schreibt, „ich kann nicht mehr“ oder „ich gebe auf“ kommt nichtmal eine Nachfrage, keinerlei Reaktion. Man mußt erst aus dem Fluss gefischt oder von den Schienen gekratzt werden, damit die „anderen“ die Krankheit überhaupt real zu Kenntnis nehmen. Und dann kommt das übliche „Warum hat er/sie denn nichts gesagt? Wie hätte man das denn ahnen können.“

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