nonalicious

Buchstabensuppe, Wortfetzen, Gedankengänge.

Archiv für den Monat “Dezember, 2012”

Orr ne, nicht noch ein Jahresrückblick!

Ja nun, das war’s. 2012 geht zu Ende. Nicht mal Weihnachten war ich sentimental, an Silvester hätte ich eigentlich auch nicht damit gerechnet.
Und doch kommt einem der ein oder andere Gedanke zu den Ereignissen des vergangen Jahres.
Der Mensch ist wohl so programmiert, dass die schlechten Dinge eher im Gedächtnis haften bleiben, als die Guten. Da hilft oft auch kein Umprogrammierungsversuch eines Therapeuten. Dennoch will ich bei allem kämpfen nicht klagen. Das Jahr ist überstanden, ein Aufkeimen der Depressionen konnte gerade noch umgekehrt werden. Die Enttäuschung darüber, dass ich diesen schwarzen Köter aber nicht komplett besiegt habe, dass er wieder geknurrt hat, wiegt schwer, aber ich bin zumindest jetzt etwas zufriedener.

Ich will weitermachen. Informieren, aufklären, Ratschläge geben. Weil ich sehe, dass das notwendig ist, und weil es hilft.
Dabei aber nicht mich selbst vergessen. Auch ich muss mich an die Dinge halten, die ich anderen rate.

Für das neue Jahr wünsche ich allen Leidensgenossen Mut und Durchhaltevermögen. Kraft zu kämpfen und nicht aufzugeben. Hoffnung und den Wunsch, wieder gesund zu werden.
Auch wenn Rückschläge kommen, lohnt es sich immer wieder, aufzustehen.
Ich wünsche euch Wissensdurst und Lust, euch zu informieren, euch mit Depressionen auseinander zu setzen. Und den Drang, die Arbeit aufzunehmen.
Manchmal ist es nicht das schlechteste, mal zusammenzubrechen. Man glaubt gar nicht, was man selbst über sich erfährt, und wie man über sich hinauswachsen kann, wenn man ganz unten ist und neu anfangen muss.
Manchmal muss einem die Seele den Weg weisen, zeigen, dass man so nicht weitermachen kann und gewisse Dinge ändern muss, um wieder leben zu können.
Ich wünsche euch, dass ihr niemals aufgebt. Dass ihr euch Hilfe sucht und angebotene Hilfe annehmt. Dass ihr eure Angst besiegt. Dass ihr immer Respekt bekommt, und vor allem, dass ihr selbst Respekt vor euch habt.

Und uns allen wünsche ich jemanden, der uns den Rücken stärkt, der zu uns hält. Aber der erste Mensch, der zu uns hält, sollten wir selbst sein.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch und für 2013 alles erdenklich Gute mit einem Zitat von Erich Kästner:

„Wird’s besser? Wird’s schlimmer?“ fragt man sich alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer lebensgefährlich!

Packen wir es an.

Das alte Lied und die neue Reaktion

Guten Morgen, ihr Lieben,
die letzte Zeit war scheiße. Extrem scheiße, wie diejenigen, die mich von Twitter kennen, sicher nicht zuletzt an meinen Tweets gemerkt haben. Ich hatte enorme Rückschritte gemacht.
Zwar war es bei weitem nicht so schlimm wie früher, aber dennoch gab es Grund zur Sorge.
Vergangene Woche habe ich dann den Schritt zum Arzt machen müssen, weil mir meine schlechte Stimmung, Aggressionen, Traurigkeit, die extreme Müdigkeit und alles, was ihr eben auch kennt, den Alltag ganz schön versaut hat. Ich musste Niederlagen hinnehmen, und konnte mich gegen Angriffe nicht mehr wehren, allem voran war ich der Arbeit kaum noch gewachsen. Kurzum, ich habe mich schrecklich gefühlt.

Dabei dachte ich, ich habe es geschafft, und diese miesen Zeiten lägen hinter mir.
Weit gefehlt.
Mein Arzt ist in Alarmbereitschaft versetzt, dabei hatte ich echt damit gerechnet, dass ich ihm mittlerweile, nach so vielen Jahren auf die Nerven gehe, und er mir die üblichen Tipps gibt: Sport, Bewegung, geregelter Tagesablauf. Ende.
Ich war überrascht, dass er ganz anders reagiert hat.
Ich werde seit Mittwoch auf andere Tabletten eingestellt, die Citalopram sind weg, die neuen heißen Venlafaxin (hatte ich vor Jahren schonmal, waren dann aber zu teuer), die Dosis wird langsam erhöht. Zwar habe ich, besonders auf der Arbeit mit Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfweh, Bauchschmerzen und Schwindel zu kämpfen, aber ich will nicht gleich aufgeben. Meine Stimmung scheint zumindest teilweise schon etwas besser. Und ich kann mich besser konzentrieren.Was ich euch damit sagen will: auch wenn es Rückschritte gibt, wie jetzt bei mir, gebt 1. nicht auf, und 2, handelt schnell.
Der Arzt ist sich sicher, und ich auch, hätte ich länger gewartet, wäre es vermutlich wieder soweit gekommen, dass ich in eine Klinik hätte gehen müssen.
Ich hatte miese Gedanken, allen voran den „was soll der ganze Kampf, diese Scheiße kommt doch eh immer wieder und macht dich fertig“, aber ich konnte mich manchmal auch daran erinnern, dass es ja gar nicht so lange her ist, dass ich gute Zeiten hatte. Und dass das Leben eben nicht immer nur aus guten Dingen und guten Zeiten besteht.
Niederlagen hinnehmen fällt niemandem leicht. Mit Verletzungen umgehen kann auch nicht jeder gleich gut. Ich habe mit mir gehadert, weil ich geglaubt habe, dass ich nach 3 Jahren Therapie solche Dinge wegstecken können muss. Aber man muss wohl auch akzeptieren, dass man den Charakter und das Temperament nicht therapieren kann. Zugegeben, das fällt mir schwer. Ich wäre gerne härter, aber ich bin es nun mal nicht. Und ich habe leider die Veranlagung, mit Depressionen zu reagieren, wenn alles zu viel wird.
Aber man sieht auch, dass ich zumindest gelernt habe, mich nicht wieder total unterkriegen zu lassen.
Rückschläge müssen wir hinnehmen, und lernen, damit umzugehen. Sozusagen das Beste daraus machen. Einsicht zeigen und für sich selbst einstehen.
Wenn wir Veränderungen an uns merken, zeitnah reagieren. Je eher wir damit beginnen, gegen die Depression anzukämpfen, wenn sie wieder auftaucht, desto eher kann damit begonnen werden, den ersten Schritt Richtung Genesung zu tun.
Ich hoffe, ich konnte euch damit ein bißchen Mut machen, falls euch das bekannt vorkommt.
Habt einen schönen Samstag,

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