nonalicious

Buchstabensuppe, Wortfetzen, Gedankengänge.

Das alte Lied und die neue Reaktion

Guten Morgen, ihr Lieben,
die letzte Zeit war scheiße. Extrem scheiße, wie diejenigen, die mich von Twitter kennen, sicher nicht zuletzt an meinen Tweets gemerkt haben. Ich hatte enorme Rückschritte gemacht.
Zwar war es bei weitem nicht so schlimm wie früher, aber dennoch gab es Grund zur Sorge.
Vergangene Woche habe ich dann den Schritt zum Arzt machen müssen, weil mir meine schlechte Stimmung, Aggressionen, Traurigkeit, die extreme Müdigkeit und alles, was ihr eben auch kennt, den Alltag ganz schön versaut hat. Ich musste Niederlagen hinnehmen, und konnte mich gegen Angriffe nicht mehr wehren, allem voran war ich der Arbeit kaum noch gewachsen. Kurzum, ich habe mich schrecklich gefühlt.

Dabei dachte ich, ich habe es geschafft, und diese miesen Zeiten lägen hinter mir.
Weit gefehlt.
Mein Arzt ist in Alarmbereitschaft versetzt, dabei hatte ich echt damit gerechnet, dass ich ihm mittlerweile, nach so vielen Jahren auf die Nerven gehe, und er mir die üblichen Tipps gibt: Sport, Bewegung, geregelter Tagesablauf. Ende.
Ich war überrascht, dass er ganz anders reagiert hat.
Ich werde seit Mittwoch auf andere Tabletten eingestellt, die Citalopram sind weg, die neuen heißen Venlafaxin (hatte ich vor Jahren schonmal, waren dann aber zu teuer), die Dosis wird langsam erhöht. Zwar habe ich, besonders auf der Arbeit mit Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfweh, Bauchschmerzen und Schwindel zu kämpfen, aber ich will nicht gleich aufgeben. Meine Stimmung scheint zumindest teilweise schon etwas besser. Und ich kann mich besser konzentrieren.Was ich euch damit sagen will: auch wenn es Rückschritte gibt, wie jetzt bei mir, gebt 1. nicht auf, und 2, handelt schnell.
Der Arzt ist sich sicher, und ich auch, hätte ich länger gewartet, wäre es vermutlich wieder soweit gekommen, dass ich in eine Klinik hätte gehen müssen.
Ich hatte miese Gedanken, allen voran den „was soll der ganze Kampf, diese Scheiße kommt doch eh immer wieder und macht dich fertig“, aber ich konnte mich manchmal auch daran erinnern, dass es ja gar nicht so lange her ist, dass ich gute Zeiten hatte. Und dass das Leben eben nicht immer nur aus guten Dingen und guten Zeiten besteht.
Niederlagen hinnehmen fällt niemandem leicht. Mit Verletzungen umgehen kann auch nicht jeder gleich gut. Ich habe mit mir gehadert, weil ich geglaubt habe, dass ich nach 3 Jahren Therapie solche Dinge wegstecken können muss. Aber man muss wohl auch akzeptieren, dass man den Charakter und das Temperament nicht therapieren kann. Zugegeben, das fällt mir schwer. Ich wäre gerne härter, aber ich bin es nun mal nicht. Und ich habe leider die Veranlagung, mit Depressionen zu reagieren, wenn alles zu viel wird.
Aber man sieht auch, dass ich zumindest gelernt habe, mich nicht wieder total unterkriegen zu lassen.
Rückschläge müssen wir hinnehmen, und lernen, damit umzugehen. Sozusagen das Beste daraus machen. Einsicht zeigen und für sich selbst einstehen.
Wenn wir Veränderungen an uns merken, zeitnah reagieren. Je eher wir damit beginnen, gegen die Depression anzukämpfen, wenn sie wieder auftaucht, desto eher kann damit begonnen werden, den ersten Schritt Richtung Genesung zu tun.
Ich hoffe, ich konnte euch damit ein bißchen Mut machen, falls euch das bekannt vorkommt.
Habt einen schönen Samstag,
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2 Gedanken zu „Das alte Lied und die neue Reaktion

  1. Das kommt mir so bekannt vor, das hätte auch gut von mir geschrieben sein können. Nach jedem Tief kommt auch wieder auch Hoch…und danach ab und zu wieder ein Tief. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Ich wünsche dir gute Besserung.

    Gruss die Mimose

  2. nonanic sagte am :

    Ich danke dir ❤

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