nonalicious

Buchstabensuppe, Wortfetzen, Gedankengänge.

Ein Mensch in der Wechselhaft: Depressionen mal so, mal so

Der letzte Post ist etwas mehr als zwei Stunden alt. Seither ist für mich einiges passiert. In relativ kurzer Zeit kann sich die Welt ändern, und somit die Sicht auf die Dinge, das Erleben, die Gedanken, das Gefühl.
Ich habe mich verrückt gemacht und die bevorstehenden Hürden als fast unüberwindbar angesehen. Einen verdammten Anruf musste ich heute machen, und vor dem hatte ich enorme Bauchschmerzen.
Mir wurde vorhergesagt, dass die Wartezeit auf einen Aufnahmetermin Wochen dauern würde. Ich hatte ja selbst damit gerechnet, erst mal zu Hause verrückt zu werden, bis ich in die Klinik kann.
Mein Arzt versucht oft, mich in eine von ihm bevorzugte Richtung zu drängen, auch wenn ich mir bisher nie habe einreden lassen, was mir absolut nicht gepasst hat. Mein Wunsch: Tagesklinik. Seiner: stationäre Behandlung. Mein Wunsch: Klinik X, die kenne ich. Seiner: orr, die stellen sich immer so an, besser eine andere. Meine Aussage: die oder keine.

Ich habe es also selbst in die Hand genommen und alles, was gestern zwischen Klinikverwaltung und Arztpraxis schief gelaufen ist, behoben. Jetzt muss ich nur noch an eine Einweisung kommen, die mir der Arzt gestern nicht gab, weil die Wahrscheinlichkeit bestand, in diesem Quartal keinen Termin mehr zu bekommen. Jetzt ist er in Urlaub. Die Vertretung nicht zu erreichen. Na gut, versuche ich es Montag da eben persönlich. Es wird wieder eine Hürde sein, von der ich morgens glauben werde, ich kann sie nicht überwinden.

Kommenden Donnerstag kann ich antanzen. Ist ja ’n Ding, was? Nicht mal eine Woche Wartezeit.
Die Tussi am Empfang wollte mich nicht durchstellen, dann hatte sie aber doch ein Einsehen und ich wurde verbunden. Direkt mit dem Oberarzt. Ich erinnere mich daran, dass es ziemlich streng war und ich enormen Respekt vor ihm hatte. Wie soll ich ihn nur dazu bringen, mich aufzunehmen?
Er konnte sich an mich erinnern. Auch daran, dass wir uns nach meiner Behandlung mal in der Stadt getroffen hatten, und er wusste noch, dass ich ihm damals erzählt hatte, wie gut es mir geht.
Ein trockener Mund machte mir beim Sprechen Schwierigkeiten. Lange Zeit Stille, als er nach meiner Akte im System suchte und sie las. Ich erklärte meine Beweggründe, „nur“ die Tagesklinik nutzen zu können. Ihr kennt meine Situation ja. 
Und der Arzt versteht es. Tagesklinik. Juhu. Mit der Option, mich auf stationäre Behandlung einzulassen, wenn es nicht ausreicht.
„Sie hören sich schlecht an, wir müssen schnell handeln.“ (Ähm? Ich dachte, ich spreche wie immer)
Mit so viel Verständnis hätte ich nicht gerechnet. Ich bin überwältigt, erleichtert und so froh, wie es mir derzeit möglich ist, weil ich nur noch ein paar Tage aushalten muss, bis es los geht.
Ich habe hohe Erwartungen. Die bestehen darin, dass ich gestärkt werde, der Teufelskreis des Grübelns unterbrochen wird und ich einfach wieder ich werde. Ich bin nicht so blauäugig, zu glauben, die Klinik löse alle meine Probleme und räumt mir Steine, die mir derzeit in den Weg gelegt werden, weg. Ich will, dass ich wieder stärker werde, um mit den Angriffen, den Problemen, mit allem Negativen besser umgehen zu können. Und wieder Herr(in) über mein Leben, mein Erleben und meine Gedanken und Gefühle zu werden.
Wie lange das dauern wird, ist mir vorläufig egal.

Es ist gut, dass ich reagiert habe, bevor ich wieder komplett zusammenbreche. Genau das hatte ich mir geschworen: nie wieder so lange zu warten, bis gar nichts mehr geht. Die Misere, in der ich stecke, ist schlimm genug.

Ihr könnt das auch! Handelt, und wenn es noch so schwer ist! Nehmt den Hörer zur Hand, auch wenn ihr Angst habt! Sucht euch Hilfe! Kämpft gegen diese Scheißkrankheit. So früh wie möglich ist natürlich am Besten, aber auch wenn ihr mittendrin steckt. Ich weiß, wie schwer das ist! Lasst nicht locker! Nervt, wenn es sein muss. (Die Sprechstundenhilfe hat gestern auch rumgezickt, aber egal!) Lasst euch nicht abwimmeln! Bringt die Kraft auf, euch Hilfe zu suchen! Ihr müsst das tun! Für jeden Depressiven kann Hilfe anders aussehen. Aber lasst euch nicht unterkriegen von dem schwarzen Hund! Ich bitte euch!

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5 Gedanken zu „Ein Mensch in der Wechselhaft: Depressionen mal so, mal so

  1. Alles Gute Dir! Und eine erstarkte Wiederkehr ♥

  2. Kopf hoch ! Manchmal ist der Weg bis man Hilfe findet sehr schwer. Dafür lohnt sich aber allein der Einsatz für sich selbst. Die Behandlung dann selber ist vielleicht sogar nachrangig.

  3. sascha oerder sagte am :

    Die Frage ist kann einem da geholfen werden? ich als einen Klinik erfahrenen Menschen sage,dazu muß man erstmal krank sein,ist es eine von 8-9 verschiedenen Fehldiagnosen die sich im laufe der Jahre angesammelt hatten,die einen in die Klinik und in diese unangenehme Situation bringen,oder ist es das wovon nur ein kleiner personenkreis weiss,das ich alleine was gesehen habe,was nicht passieren hätte dürfen,und die guten nicht dabei waren,dafür jede menge leute von der dunklen seite,die den guten dann von schlechten sachen nix erzählten,dafür mich als unglaubwürdig,krank,paranoid,shizophrän darstellten und das hat er alles nicht gesehen,oder erlebt,stattdessen die leute von mir fern gehalten werden,und die guten jetzt denken ich hab einen an der klatsche.hat er seine tabletten nicht genommen?also mich hat noch keiner gefragt was ich denn gesehen habe,was passiert ist,wen ich gesehen habe,wie oft was passiert ist,doch ich war der einzige Zeuge,und zwar oft….der einzige? nein,aber die schlechten Taten eines jenigen,mit seinem gefolge,blieben unausgesprochen,wurd immer danach eingewiesen und als paranoid und psychosekrank dargestellt,und nu?es liegt immer im angesicht des betrachters,eigendlich nweiss nur ich das ich nicht krank bin,die guten leute die zuschauten und was bestätigen könnten,wurden mit was anderem beschäftgt,mir aber schaute immer die dunkle seite zu,die jubelte und nix tat als Blut floss,meine Freunde von mir fern gehalten,meine originalen Worte verändert,geschichten unter Tisch fallen lassen,das ist das ergebnis von jemanden,dessen namen schon garnicht mehr aussprechen will,alle glauben,was soll er denn gemacht haben,und wenn schon,was soll denn passiert sein,wir haben nix mitgekriegt,bei uns ist alles gut,aber wir haben gehört das du erkrankt sein sollst,gehts dir besser?und lerne mit der Krankheit umzugehen,ja klar ist ja auch für alle beteiligten besser und leichter wenn keiner was genaues wissen will,wir haben gehört……die falschen habens gesehen,den guten falsch erzählt und so schnell wird man krank.(Auf dem Papier)dabei wurde die gute seite mit gerüchten abgelenkt,die allen nicht so waren wie sie anfangs erzählt wurden,im laufe der jahre ne grosse Runde gemacht um die leute damit abzulenken,von den bösen Taten,ideen,und aktivitäten eines einzigen der auf die jahre hinweg damit erfolg hatte….bleibt alles unausgesprochen,also mit der Krankeit leben…..oder auf die zu hoffen die mir bei den schlechten Taten um nach dem rechten zu sehen,tatkräftig beigestanden hatten mit infos,ort und absichten der dunklen seite,die waren in ordnung,doch die wollte die böse seite ganz schnell loswerden,sagte sie….und ohne das es auf die böse seite zurückviel,beschäftigten sie die guten leute mit was anderem,denn die böse seite wollte nicht mehr durchschaubar sein….ja schade,also mit der Krankheit leben aber nur ich kann sagen was und wie losgewesen ist und immernoch los ist.Mitlerweile sind es so an die 1500-2000 Menschen die inden vergangenen jahren beeinflusst bzw.auch zugelabert wurden,sei es mit Gerüchten,Andeutungen,Infos über eine Person,und die meisten davon fuhren vor meiner Haustür lang,und meistens schaute ich aus dem Fenster nachdem ich aufgefordert wurde aus dem Fenster zu schauen,und da fuhren Sie……unter anderem auch meine Psychologen die mich diagnostiziert hatten,und deren Kollegen,aber nicht vorstellbar…..alles weitere würde jetzt zu weit führen,will auch kein beschuldigen,und vor allem mich nicht als OPFER darstellen,wie es eineige leute denen etwas erzählt wurde immernoch von mir denken,aber das bin ich nicht,weil ich weiss fdas anderen leute viel schlimmeres passiert ist,oder ihnen übelmitgespielt wurde,doch die namen bleiben unbekannt,die anzahl weiss nur ein kleiner Personenkreis der duklen seite,und die ergebnisse hab meist ich mitgekriegt,aber auch diese eben genannten Personen leiden jetzt unter einer Krankheit genau der selbigen wie ich,doch auch sie werden nicht gefragt,denn auch sie wissen eigendlich sind sie gesund,nur das glaubt ihnen keiner……also mit der krankheit leben!!!!

    • nonanic sagte am :

      Jetzt mal ganz ernsthaft: wirklich gesund hört sich dein Kommentar aber nicht an. Ich bin kein Facharzt, aber mit einer Psychose ist nicht zu spaßen, und zum Krankheitsbild gehört eben auch, dass der Patient krankheitsuneinsichtig ist. Du solltest dich dringend mit einem Profi in Verbindung setzen, einen Arzt aufsuchen oder die Notfallambulanz eines Krankenhauses. Im Internet kann dir niemand wirklich helfen.

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