nonalicious

Buchstabensuppe, Wortfetzen, Gedankengänge.

Depressive wollen kein Mitleid. Verständnis wäre aber nett.

Guten Morgen.

Dienstag. Heute und Morgen noch, dann naht der Aufnahmetag. Endlich. Die Rumhockerei zu Hause macht es nicht besser. Ich fühle mich fehl am Platz. Wobei ich dieses Gefühl überall habe. Nicht nur zu Hause. Ich bin erst ein paar Tage krank geschrieben, aber ich habe das Gefühl, es ist schon eine Ewigkeit so.
Gestern war ein ganz schrecklicher Tag, es wurde bis abends nicht besser. Dennoch habe ich es geschafft, bei der Vertretungsärztin die Einweisung zu besorgen und einen anderen Termin wahrzunehmen. An meiner Seite: mein Mann. Mit unendlicher Geduld. Stellenweise ist er mein Sprachrohr in die Welt, wenn mir die Worte fehlen. Einerseits ist das eine unendliche Hilfe. Andererseits belastet es mich, dass ich ihn so belaste. Und ich bin es nicht gewohnt, Hilfe und Unterstützung zu bekommen.

Ich versuche, meine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Klappt nicht.
Ich versuche, zu analysieren und mir korrekte Antworten zu geben: dass ich erwachsen bin, dass mir niemand mehr etwas Böses kann, dass ich mich wehren kann, etc. Klappt nicht.
Ich versuche, mich zu beschäftigen. Klappt nur bedingt. Aber immerhin. Meistens sitze oder liege ich auf der Couch. Eingehüllt in Decken. Lesen geht nicht. Musik hören geht nicht. An was schönes denken geht nicht. Entspannen geht also auch nicht.
Mich aufmuntern lassen geht auch nicht. Ich kann weder über Späße lachen noch „gute Ratschläge“ umsetzen, die lauten: mach dich doch nicht so verrückt. Denk einfach nicht so viel nach. Halte dir Probleme vom Leib.
Um mir dann später mit neuen Problemen in den Ohren zu liegen, die ja doch wieder ich lösen muss.

Ich verstehe eine Situation selbst nicht. Ich habe viel erreicht, musste immer kämpfen und habe es geschafft, und dennoch hauen mich diverse Dinge einfach so um, dass ich in die nächste Depression rutsche.

Mitleid will ich nicht. Verständnis wäre aber nett.
Hohn und Spott ernten wir zur Genüge. Wobei das ja meist von Idioten kommt, die ohnehin nicht wirklich wichtig sind. Eigentlich. Schlimm genug, wenn man die aber nicht so einfach los wird.
Ich muss tiefgreifende Entscheidungen treffen in nächster Zeit. Eine Depression ist dafür der denkbar schlechteste Zeitpunkt.

Versuchen wir, trotz allem ein bisschen stolz auf uns zu sein. Dass wir aushalten können. Immer wieder. Und uns nicht aufgeben.
Das ist keine Option. Das zu schreiben, ist einfach. Das Umsetzen fällt da schon schwerer. Aber es ist eben so.

Aufgeben ist keine Option.

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3 Gedanken zu „Depressive wollen kein Mitleid. Verständnis wäre aber nett.

  1. Mueller7de sagte am :

    Aufgeben ist keine Option.
    Sage ich mir auch gerade.
    Fange wieder eine Therapie an, Montag.
    Aufgeben ist keine Option – wie recht Du hast! 🙂

  2. nonanic sagte am :

    Alles Gute für dich. ❤

  3. Aufgeben ist keine Option.

    <333

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