nonalicious

Buchstabensuppe, Wortfetzen, Gedankengänge.

Home, sweet home…

Seit über einer Woche bin ich wieder zu Hause. 5 Wochen Klinik, vollstationär, nachdem ich zuvor 6 Wochen in der Tagesklinik war, liegen hinter mir.
Gebracht hat es dieses mal wenig bis nichts. Nichts stimmt nicht ganz. Eigentlich wache ich nicht mehr in der Hölle auf. Sondern halbwegs normal.
Ich wurde in ein sog. ambulantes Programm aufgenommen, in das Patienten mit scherwiegenden Diagnosen kommen, die man noch nicht wieder komplett ins wirkliche Leben entlassen kann. Ich gehe weiter ab und zu in die Klinik, nehme an Schulungen und Infoveranstaltungen teil. Derzeit hat man mich in die Angst- und Panikgruppe gesteckt. Für die Ergo habe ich keine Lust und muss mich regelrecht zwingen, mitzumachen.
Mir erscheint das alles sinnlos, wo ich schon seit 12 Wochen darauf warte, dass es endlich klick macht, wie andere Patienten berichten, und mir leichter ums Herz wird.
Vor 5 Jahren war alles so anders. Ich hatte fast ausschließlich Patienten um mich, denen es genauso ging wie mir, mit einigen habe ich heute noch Kontakt. Dieses mal waren fast nur Leute da, die an allem rumgemeckert haben, vornehmlich relativ alte Leute. Aber auch die jüngeren haben kaum ein gutes Haar an der Klinik gelassen und vor allem nicht an den anderen Patienten.
So habe ich mich zurückgezogen, kaum geredet, wollte meine Ruhe haben.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich die meiste Zeit gequält gefühlt. Ich wollte nichts von meiner Geschichte erzählen, und dann Kommentare ernten, wie man sie in der Bildzeitung lesen kann.
Beim Pflegepersonal galt ich ls unproblematisch, kein Wunder, ich habe nichts erzählt, höchstens mal eine Kopfschmerztablette geholt außerhalb der regulären Medikamentenvergabe.

Nun sitze ich zu Hause rum. Kann immer noch nicht wieder arbeiten gehen, weshalb mich das schlechte Gewissen plagt, und ich mich auch relativ nutzlos fühle. Ich kann aber auch nicht wirklich etwas arbeiten, weil ich einfach abartig erschöpft bin.
Ich grüble ununterbrochen, lebe derzeit quasi mehr in meiner (schlimmen) Vergangenheit anstatt in der Gegenwart.
Ich verstehe mich nicht. Wo ist meine Stärke hin? Ich fühle mich wie ein Schwächling, der nichts taugt. Ich kann mich auf kein Gespräch konzentrieren, ich habe an nichts Interesse als an Büchern und am Lesen. Daran kann ich mich festhalten.
Ich traue mich kaum aus dem Haus, es ist eine Tortur an den Kliniktagen ins Auto zu steigen. Nur zu Hause fühle ich mich sicher.
Ich möchte nicht reden, keine Anrufe und keinen Besuch haben. Jedes Wort strengt mich an.
Ich bin unfähig, mir Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll und überlege tagein, tagaus, wie ich mich aufrecht halte, um Mann und Kind nicht noch mehr auf die Nerven zu gehen. Es muss schrecklich sein, so jemanden wie mich um sich zu haben.
Zeitweise verlässt mich der Mut. Heute ist wieder so ein Tag.

Jetzt habe ich ein paar wenige Sätze geschrieben und bin so müde, dass ich schlafen muss.
So long.

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